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Klavierunterricht für Erwachsene in München und Dresden

Dresdner Neuste Nachrichten 14.03.2002

"Fingerspitzengefühl für Menschen ab 18 - Morgen eröffnet die erste Klavierschule nur für Erwachsene"

 

Was ist wohl besser für einen Musiklehrer? Das geduldige Kinde oder der zielstrebige Erwachsene? Für Thomas Mertin ist das eher eine Frage der Herangehensweise als eine der Wertung. Der 35-jährige Diplom-Musiker eröffnet morgen in Dresden eine ganz besondere Klavierschule, die Unterricht nur für Erwachsene bietet. "Viele Erwachsene gehen anders an das Erlernen des Instruments heran", erzählt Mertin. Im Gegensatz zu Kindern würden sie mehr verkrampfen und seien nicht so geduldig. Dafür hätten die Erwachsenen aber größere Fähigkeiten, Zusammenhänge zu erkennen. Außerdem seien diese etwas älteren Schüler zielstrebiger. Ein weiterer, nicht unerheblicher Aspekt der Diskrepanz im gemeinsamen Klavierunterricht bestehe darin, so Mertin, dass viele Erwachsene Angst davor haben, sich mit ihren ersten Übungen beim Nachwuchs zu blamieren. Obwohl findet jedenfalls der Klavierlehrer, dafür kein Grund bestehe.
Das Erlernen der Technik erfolgt in der Schule vor allem über das Spielen. Also keine stundenlangen Vorträge über Tonleitern oder Oktaven, sondern von der ersten Stunde an direkte Arbeit mit den Stücken. Mertin zeigt, wie eine bestimmte Passage gespielt wird - und die Schüler machen es ihm nach. "Viele Erwachsene wollen beispielsweise unbedingt Beethovens ‚Für Elise' spielen können, ohne jetzt perfekt die Noten dafür zu beherrschen", erklärt Mertin seien Lernansatz.
Die einzelnen Übungsstunden an der Klavierschule für Erwachsene können individuell mit einen der Lehrer vereinbart werden. Das Angebot seines Hauses richtet sich laut Mertin vor allen an Berufstätige, die wenig Zeit haben, oder an Ausländer, die mal was in Dresden erleben wollen. "Ich sehe die Musik als verbindenden Gedanken", ergänzt der Musiklehrer. Er stellt sich vor, dass auch mal kleine Feste im Garten der Schule mit allen Teilnehmern stattfinden könnten.

Thomas Eisenhuth
Foto: Dietrich Flechtner


Bild Dresden 25.03.2002

"Klavierspielen in nur 8 Stunden - geht das?"

 

In nur acht Stunden spielen sie einen Boogie Woogie! So das verlockende Angebot der Klavierschule "Piano-it!". "Vielen Erwachsenen fehlt die Geduld zum stundenlangen Üben, so Diplom-Musikpädagoge Thomas Mertin (35), der Chef. "Andere sind musikalisch, haben aber Probleme mit den Noten. Diesen Menschen wollen wir neue Wege zeigen."
Ich nahm eine Test-Stunde.
Als erstes wählte ich die Titanic-Filmmusik "My Heart will go on" von Celine Dion (33). Mit den Fingern zeigt der Chef mir, in welcher Reihenfolge ich die Tasten anschlagen soll. Erst wird auf dem Tisch simuliert. Dann einhändig auf dem Klavier. Er singt mit, so geht's verblüffend einfach.
Später begleitet er mich auf dem zweiten Klavier. Dann zeigt er mir, wie ich mich selbst mit der linken Hand begleite. Ich bin stolz auf mich - macht riesig Spaß! Wir wechseln das Stück, diesmal "Balade Pour Adeline". Selbe Prozedur. Klingt schon besser. Die erste Stunde ist um - schade.
Doch lernt man ohne Noten wirklich spielen? "Um perfekt zu sein beraucht man Jahrzehnte", so Georg Sava (68), Klavierprofessor an der Berliner Hochschule für Musik. "Ohne Noten stößt man schnell an seine Grenzen."
Fazit: Wem es reicht, ein paar Stücke für den Alltagsgebruch zu beherrschen, ist hier richtig. Preis 110 Euro. Infos Tel.: (0177) 266 46 26

Christiane Buder Foto: Sukow


Sächsische Zeitung 10.04.2002

"Mit Fünfzig ans Piano"

 

"Mein Kind spielt Klavier" - dieser Satz erfüllt Eltern mit Stolz. Mit glänzenden Augen schauen sie zu, wenn ihr Schützling die hohe Kunst des Tastenspiels erlernt. So mancher träumte in seiner Jugendselbst davon, oft blieb der Wunsch unerfüllt. Was einen selbst verwehrt war, soll nun dem eigenen Kind offen stehen. Doch warum nicht selbst das Klavierspielen erlernen? Zu alt ist man dafür nie. Es ist nur eine Frage der inneren Einstellung, ob man Lust und Neugierde mitbringt, etwas Neues zu beginnen", sagt Thomas Mertin, Leiter der Klavierschule "Piano-it", an der Karcherallee 41. Seine Schüler sind ausschließlich Erwachsene. Der Älteste zur Zeit sei Mitte Fünfzig. Aber, sagt Mertin, er hätte auch schon Achtzigjährigen Stunden gegeben. Fast alle der Hobby-Musiker sind voll berufstätig und in ihrer Arbeit sehr eingespannt. Die Lösung des Problems sind flexible Termine. Die Schüler können ihre Klavierstunden so nehmen, wie es ihre Zeit zulässt. Aber Schüler sind nicht gleich Schüler. Erwachsene gehen ans Klavierspielen anders heran als Kinder. Die Kleinen sind noch ganz unbefangen und machen alles, wie der Lehrer es vormacht. Nicht so die Erwachsenen. Sie hinterfragen die Dinge, wollen Zusammenhänge durchschauen die Dinge und sind ständig mit dem Verstand bei der Sache. Dadurch lernen sie schneller. Aber es hindert sie, einfach drauflos zu spielen, den Gedanken freien Lauf zu lassen und eins mit der Musik zu werden. Hinzu kommt, dass Erwachsene eine feste Vorstellung von sich und ihren Fähigkeiten haben, die sie manchmal einschränkt. Diese inneren Barrieren abzubauen, ist Aufgebe des Klavierlehrers. Nicht nur bei der Frage des Wie, sondern auch bei der des Was unterscheiden sich die älteren von den jungen Schülern. Erwachsene lassen sich nichts vorsetzen, sondern kommen selbst mit ganz konkreten Wünschen. "Die Filmmusik aus ‚Forrest Gump' zum Beispiel, Beethovens ‚Für Elise', Jazz oder Popmusik", sagt Thomas Mertin. Eine die den Unterschied kennt, ist die 34-jährige Sabine Richter. Von ihrem elften bis zum siebzehnten Lebensjahr besuchte sie regelmäßig den Klavierunterricht. "Das war damals eine klassische Ausbildung. Um wirklich mit dem Klavierspielen voran zu kommen, hätte ich zu Hause sehr viel üben müssen. Aber ich war ziemlich faul, und die vielen Hausaufgaben haben mich abgeschreckt.", sagt die junge Frau. Vor einem Jahr hat sie wieder angefangen, Klavierstunden zu nehmen. "Ich wollte einfach dranbleiben. Wenn man sich nicht eine feste Zeit zum Spielen nimmt, hört man irgendwann ganz auf. Als Mutter von zwei Kindern fehlt mir die Ruhe und Zeit , Stücke selbst zu erarbeiten", sagt sie. Was Sabine Richter vom Klavierunterricht jetzt erwartet, sind vor allem Ausgleich und Entspannung. Im Unterricht bei Thomas Mertin werden die Klavierstücke so weit zusammen geübt, dass sie zu Hause ohne Schwierigkeiten wiederholt werden können. "Ich brauche die Musik zum abschalten", sagt die 34-jährige. "Was ich nicht will, ist in eine Schülerrolle gedrängt zu werden, bei der man ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man nicht übt."

Ulrike Zschache Foto: Gunter Hübner

 


Wochenkurier 20.03.2002

"Man müßte Klavier spielen können"

 

Klavierspielen müsste man können! Wer Klavier spielt,hat...

So wie Silke Hohlfeld im Vordergrund am Klavier mit Wiebke Kolmorgen können nur Erwachsene im kürzlich eröffneten "PIANO IT" auf der Karcherallee ihrem Hobby oder ihrer Leidenschaft nachkommen, Klavier zu spielen.
Thomas Mertin hat die Klavierschule für Erwachsene eingerichtet, damit sich diese ihren Traum vom Klavierspielen erfüllen können.
Dabei geht es nicht um schulmäßiges Üben, sondern um Grundlagenvermittlung wie Lesen und Schreiben mit einem ergebnisbezogenen Arbeiten.
Jeder Teilnehmer soll am Ende einer Übungseinheit mit einem Klavierstück zeigen und vor allem auch hören lassen können, was er an Neuem sicher auf dem Instrument beherrscht.
Wiedereinsteiger und Fortgeschrittene können ihr Handycap verbessern. Von Klassik, Jazz bis Rock spielen die Teilnehmer die Musik, die sie mögen und lernen dabei zu improvisieren.

(kof) Foto: Kofahl

 

 


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